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Spürbar mehr verdienen - Tipps für die Lohnverhandlung

Liebe Besucher meiner Seite...
die Tage werden kürzer, die Bäume lichten sich, der Herbst ist da – und auch die üblichen Jahresgespräche. Und wie jedes Jahr werden wir angefragt, wie man am besten vorgeht, um den Lohn ein bisschen nach oben zu „optimieren“.
Ja, Lohnverhandlungen sind eine heikle Angelegenheit. Mehr Geld einzufordern – damit tun sich viele Arbeitnehmende schwer.

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Leider ist es zurzeit nicht gerade einfach im Umfeld von Massenentlassungen, die Vorgesetzten davon zu überzeugen den Geldbeutel ein wenig zu öffnen.

Aber aus Erfahrung können wir sagen, dass es meist an folgenden Ursachen liegt, weshalb nicht auf die Forderungen eingegangen wird:

  • mangelndes Selbstbewusstsein
  • fehlende Kompromissbereitschaft
  • falsche Wortwahl

 

Ein gelungener Einstieg ins Gespräch könnte so lauten: Gerne möchte ich mit Ihnen über eine „Lohnanpassung“ sprechen. Wenn Sie nach einer „Lohnerhöhung“ fragen, drücken Sie damit bereits unmissverständlich aus, dass Sie mehr Lohn möchten. „Anpassung“ suggeriert, dass Sie bereits eine Mehrleistung geleistet haben und der Lohn nur noch daran angepasst werden sollte.
Hier noch ein paar Äusserungen, welche eher suboptimal sind. Dazu passende Beispiele, wie Sie es besser machen können.

„Ohne mich würde doch auf der Abteilung alles falsch laufen“
Kann durchaus stimmen. Aber welche Vorgesetzte hört schon gerne, dass praktisch das ganze Team unbrauchbar ist? Besser: „Ich bin überzeugt, dass ich eine gute Leistung vollbracht haben und mich für’s Team eingesetzt habe.“

„Bitte entschuldigen Sie, es tut mir leid, aber ich hätte gerne…“
Wer seinen Job erfüllt, muss sich nicht dafür entschuldigen, dass er mehr Lohn möchte. Ihre Chefin/Chef ist Ihnen nicht wohlwollender gesinnt, wenn Sie sich demütig geben. Vielmehr zeigt der Satz ein mangelndes Selbstvertrauen. Ihr Vorgesetzter merkt so, dass Sie schnell bei einem Nein klein beigeben. Besser direkt auf den Punkt kommen.

„Ich möchte mir eine neue Wohnungseinrichtung kaufen.“
Das ist dem Chef so ziemlich egal. Ob Sie eine teurere Wohnung suchen, Anschaffungen tätigen oder sich sonst etwas leisten möchten, ist reine Privatsache und kein Grund für mehr Lohn. Im Lohngespräch geht es um Ihre Leistung und wie gut Sie Ihren Job erfüllen. Allenfalls könnten Sie noch auf die Teuerung hinweisen.

„Bei jemand anders bekäme ich mehr Lohn“
Tja, bei diesem Satz wird sich Ihr Chef zu Recht fragen, warum Sie überhaupt noch in diesem Betrieb arbeiten. Besser erkundigen Sie sich vorher, was branchenüblich bezahlt wird und formulieren Sie dann einen Satz wie: „Ich weiss, was andere in meiner Position verdienen, und ich leiste bestimmt nicht weniger als die anderen.“

„Entweder ich bekomme mehr Lohn oder ich kündige.“
Egal wie gut Sie Ihre Arbeit erledigen. Aber erpressen lässt sich niemand. Die Standard-Antwort lautet dann meist, „Ja - dann machen Sie das !“ Besser tönt: „Ich kenne meine Möglichkeiten auf dem Stellenmarkt, aber mir gefällt es hier und ich würde gerne bleiben.“

Und zum Schluss. Ein adäquater Lohn ist ein Teil der Wertschätzung. Wenn aber der Arbeitgeber Wertschätzung nur über das Gehalt zeigt, sollten Sie sich wirklich fragen, ob der derzeitige Arbeitsort der richtige für Sie ist.

Bereiten Sie sich darum auf das
kommende Jahresgespräch gezielt vor. Dazu 4 Tipps für die nächste Lohnverhandlung:

  1. Vorbereitung
    Überlegen Sie sich vor dem Gespräch, welche Aufgaben Sie aussergewöhnlich gut erledigt haben. Reflektieren Sie kritisch das vergangene Jahr und schreiben Sie sich die Erfolge konkret auf. Dabei konzentrieren Sie sich auf die wichtigste Frage: Welche Projekt- oder Verkaufsergebnisse konnten erzielt werden und inwiefern haben Sie mit diesen die Firma weitergebracht?
  2. Argumente
    Nur berufliche Leistungen
    zählen bei Lohngesprächen. Private Gründe, wie etwa eine Weiterbildung, die nicht direkt mit der Arbeit zu tun hat, sind für den Betrieb irrelevant. Ebenso Umzug, Familienplanung usw.
    Auch Unzufriedenheit im Job ist kein Argument für eine Lohnerhöhung, denn die Höhe vom Gehalt ist nur für einen kleinen Anteil am Zufriedenheitsfaktor verantwortlich, dass man seine Arbeit gerne bewältigt. Mehr unter: Zufriedenheit und Lebensplanung.
  3. Persönliche Einstellung
    Das Lohngespräch ist kein Streitgespräch, sondern ein "Verkaufsgespräch Ihrer Leistung". Und jeder erfolgreich Verkäufer weiss, wie wichtig die persönliche Einstellung ist. Auch weiss ein erfolgreicher Verkäufer, dass man nicht immer gewinnen kann und freut sich auch über kleine Erfolge.
    In Ihrem Fall kann dies ein Homeoffice-Tag mehr sein, ein Parkplatz oder andere Wertschätzungen "Incentives".
  4. Misserfolg
    Trotz aller Verbereitung - die Firmenkasse ist leer oder Sie haben Ihren Chef doch nicht ganz überzeugen können - dann können Sie das Gespräch als Anker für das nächste nutzen. Beziehen Sie sich in der darauffolgenden Lohnverhandlung auf das vergangene gescheiterte Gespräch und erwähnen Sie die erreichten Ziele und Erfolge.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg.

 

Ihr JobCoach

Michael

 

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