· 

Wie gewinnen Sie gegen den Bewerbungs-Roboter?

Liebe Besucher meiner Seite...


endlich haben Sie es nach vielen Bewerbungsbemühungen geschafft. Der elektronische Türvorsteher RoboRecruiter lässt Sie durch und Sie werden zum Gespräch eingeladen.
Herzlichen Glückwunsch.
Ihre Freude ist riesengross. Endlich ist der Moment gekommen. Aber anstatt, dass Sie eine Wegbeschreibung erhalten, gibt es nur einen Link zu einem automatisierten Videoprogramm.
Genauso erging es unserer Klientin. Hmmm – dachte Sie, nur Corona Folgen ??? Falsch gedacht.
Nachdem Sie den Link gestartet hatte, folgte eine kurze Videobotschaft, bevor es zum eigentlichen Gespräch ging. Die Fragen wurden schriftlich gestellt und die Antworten von unserer Klientin aufgenommen und ausgewertet.
Das ganze empfand sie sehr deprimierend und wirkte auf Sie eher als Verhör, als ein Gespräch auf Augenhöhe. Sie konnte nicht nachfragen und auf Reaktionen vom Gegenüber wartete sie vergeblich. Schöne neue Welt, dachte sie.
Damals, bei der Serie Raumschiff Enterprise staunte sie noch über die Technologien, welche so fortschrittlich anmuteten. Jetzt hat sie die Realität eingeholt.

Vielleicht denken Sie jetzt, was labbert der Onkel da. Alles Fake News - Märchenstunde. Aber es ist die Realität. Heut und jetzt.
Was unsere Bewerberin erlebte, wird im Fachjargon "zeitversetztes Videointerview" genannt und wird bei den meisten grossen Firmen, wie Axpo, Migros, Post, SBB usw. bereits angewendet.
Die Unternehmen behaupten zwar, dass die Aufnahmen nach wie vor noch von HR-Spezialisten ausgewertet werden. Im Ausland wird aber immer mehr auf die künstlichen Intelligenz KI gesetzt.

Was aber ist der Grund, warum immer mehr Unternehmen auf automatisierte Gespräche setzen. Nun, es ist die Effizienz.


Denken wir ein wenig zurück.
Vor nicht allzu langer Zeit wurde noch ein Anschreiben von Hand oder mit der Schreib-maschine sorgfältig erstellt, und das Foto vorsichtig auf den fotokopierten Lebenslauf geklebt.
Das Briefcouvert erhielt eine saubere Anschrift und die Briefmarke wurde exakt angeklebt.

Selten schaffte man es, mehr als ein Anschreiben am Tag, vielleicht in der Woche, anzufertigen.

Heute erstellen Sie mit Hilfe des Computers innert wenigen Minuten Ihre Unterlagen und versenden diese dann online an alle möglichen Firmen. Das hat folglich bei den Firmen zu einem enormen Anstieg an Bewerbungen geführt. Gerade bei grossen und attraktiven Firmen wie Google, explodiert der Eingang von tausenden Bewerbungen förmlich.

Aufgrund von Effizienzüberlegungen ist es einfach unmöglich geworden, alle Lebensläufe im Detail zu begutachten. Geschweige all die Anschreiben zu lesen und zu prüfen wie: "hiermit bewerbe ich mich…"

Neben dem CV-Parsing-System - welches eine Vorselektion, wie ein Türsteher durchführt – verfeinern Video Screening-Methoden die Selektion. Wie z.B. die Software Wepow, von der Firma Outmatch. Oder die Sprachanalyse von PRECIRE von der Firma 4TechnologyGroup, welche die Wahl Ihrer Worte und die Modulation aufschlüsseln.
Nicht nur das. Mittlerweile kommen neue KI-Softwares zur Gesichtserkennung. Diese sind so ausgereift, dass bereits Gesichter mit Maske wiedererkannt werden. Das auch bald die Gesichtsmimik und die Körpersprache präzise interpretiert werden kann, was bisher nur ausgebildete Experten konnten, ist nur eine Frage der Zeit.

Selektion
Selektion

 

 

Eingesetzt werden diese Praktiken bis mittleres Management oder bei Stellen mit einem hohen kommunikativen Aufgabenanteil.

Im oberen Segment finden die Interviews als reales Gespräch weiterhin statt - allerdings, Corona bedingt, oder bei weiten Anreisen der Bewerber - auch immer öfters über Videochat.

Was sind die Vorteile für die Bewerber.
Dadurch dass Sie sich physisch in Ihrem gewohnten Umfeld befinden, sind Sie selbstsicherer und wirken dadurch ruhiger. Zudem können Sie viele Notizen oder Ihren Lebenslauf gut platziert hinter dem Bildschirm anordnen. So stehen diese Hilfen jederzeit zur Verfügung.
Zudem findet eine viel grössere automatisierte Vorselektion statt. So kommen auch Kandidaten und versteckte Talente zum Zug, welche bisher im B-Stapel geparkt waren. 

 

👍 9 wichtige Tipps:

 

Ob Sie nun mit einem Automaten oder mit einem menschlichen Wesen reden, Sie müssen sich genauso vorbereiten, wie auf ein persönliches Vorstellungsgespräch.

 

Wer ein paar grundlegende Basics beachtet und sich ein bisschen mit den technischen Modalitäten vertraut macht, kann auch in einem Videointerview richtig gut überzeugen und sich seinen Traumjob holen.
Aber worauf sollte man als Bewerber besonders achten? Was gibt es für technischen Herausforderungen? Was ist wichtig bei der Kamera, beim Ton resp. beim Mikrophon, beim Hintergrund, bei der Kleidung? Was ist der beste Winkel zur Kamera?

 

Hier ein paar wertvolle Tipps, damit Ihre Video- oder Online-Bewerbung reibungslos verläuft und ein voller Erfolg wird:

 

👉 Achten Sie beim Skype- oder Zoom-Call unbedingt darauf, dass Sie durch Lichtquellen von vorn gut ausgeleuchtet sind. Dunkel und unscharf sollten Sie sich besser nicht präsentieren.

 

👉 Die Kameraposition sollte so ausgerichtet sein, dass Sie sich möglichst auf einem neutralen Hintergrund präsentieren können. Die Ausrichtung der Kamera sollte auf Augenhöhe eingestellt sein. Nicht von unten, wie man oft fälschlicherweise sieht. Nehmen Sie darum ein paar Bücher und stellen das Mobile oder den Laptop darauf.

👉 Achten Sie auf ein seriöses Profil. Usernamen wie „hotgirl“ oder „alwaysdrunken“ wirft ein eigenartiges Licht auf Sie.

 

👉 Sorgen Sie dafür, dass Sie klar und gut zu hören sind, wenn nötig nehmen Sie ein Zusatzmikrofon oder ein Headset.

 

👉 Wenn ein Online-Meeting mit Ihren potenziellen neuen Vorgesetzten wegen technischer Probleme ins Wasser fällt, ist das peinlich und sehr schade. Führen Sie darum im Vorfeld mit einer Freundin / Freund einen Test-Call durch.

 

👉 Pünktlichkeit: Schauen Sie, dass alles vorher einwandfrei funktioniert. Vom Licht bis zum Kugelschreiber, so dass Sie 3 Minuten vorher bereit sind.

 

👉 Achten Sie während des Gesprächs auf eine aufrechte und fokussierte Körperhaltung, so wie im persönlichen Gespräch vor Ort.

 

👉 Selbstverständlich sitzen Sie nicht in Ihrer Schmuddel-Kleidung vor die Kamera. Wir empfehlen Ihnen, sich so zu präsentieren, wie wenn Sie zu einem persönlichen Gespräch eingeladen wären.

 

👉 Hintergrund: Ein unaufgeräumtes Büchergestell oder eine unordentliche Küche wirken sehr unprofessionell. Darum, setzen Sie sich mit einem dezenten, seriöses Ambiente gekonnt wie ein Tagesschausprecher in Szene. Das wirkt enorm überzeugend.

 

Sie haben noch weitere Fragen. Gerne helfen wir Ihnen weiter.

Ihr JobCoach

 

Michael Bommel

Kommentar schreiben

Kommentare: 0