6 Tipps, wie Sie eine schlechte Nachricht überbringen ohne das Gesicht zu verlieren

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Schlechte Nachrichten zu überbringen, war schon immer eine sehr unbeliebte Aufgabe. In früheren Zeiten war es häufig der letzte Job und endete damit, dass dem Hiobsboten der Kopf kürzer gemacht wurde.

Glücklicherweise gibt es diese geschmacklose Sitte nicht mehr. Aber schlechte Nachrichten gibt es auch heute noch und ihre Überbringer leider auch. Inzwischen gelten jedoch andere Regeln.

Das Problem aufzuschieben oder zu ignorieren ist übrigens auch keine besonders gute Lösung. Zudem neigen aufgeschobene Probleme dazu, grösser und grösser zu werden. Das Gewissen plagt einen ebenfalls immer mehr. Früher oder später kommt dann alles ans Licht und dummerweise genau dann, wenn der Zeitpunkt besonders ungünstig ist. Ihr Kopf wird zwar dann schon nicht gerade rollen, aber Ihre so schön aufgebaute Karriere kann dann durchaus ziemlich abrupt enden. Das beste Beispiel zeigt uns die gescheiterte Politkarriere von zu Guttenberg.


Oft lassen sich viele falsch gelaufene Dinge zudem in der Anfangsphase noch irgendwie korrigieren. Ist mir schon oft passiert. Denn nichts hassen Chefs mehr, als von einem Eisberg zu erfahren, wenn das Schiff schon halb vollgelaufen ist. Aber zugegebener Weise, es braucht schon ein wenig Mut.
Hier sechs erprobte Wege, wie Sie eine pikante Nachricht überbringen ohne das Gesicht zu verlieren:

1. Fakten, Fakten und nochmals Fakten
Was sind die Hintergründe, was ist passiert, Ursachen und wie es dazu kommen konnte. Tragen Sie diese kurz und bündig vor – ohne Ausweichmanöver und ohne die Situation schönzureden oder zu relativeren. Einfach: So ist es jetzt. Punkt !

2. Beweisen Sie Rückgrat
Wenn Sie der Überbringer der Nachricht sind, sollten Sie auch der Verantwortliche dafür sein, also auch dafür gerade stehen. Wenn Sie für ein Team stehen, ist auch die Formulierung «Wir» zulässig. Andere für das Missgeschick verantwortlich zu machen geht gar nicht und ist ein absolutes No-Go. Ebenfalls ein Tabu ist jede distanzierte Formulierung wie: «man ….»

3. Bitten Sie um Entschuldigung

4. Halten Sie die Füsse still
Ja, es ist Schrott passiert. Und ja, er ist auf Ihrem Mist gewachsen. Gewähren Sie Ihrem Chefe, auch wenn er an der Decke klebt, dass er sich aufregt. Halten Sie den Wutausbruch aus und bewahren Sie die Fassung. Egal, wie die Sache ausgeht, er wird Sie allein wegen dieser Standhaftigkeit und Ehrlichkeit schätzen.

5. Lösungen anbieten
Versuchen Sie eine Lösung anzubieten. Warten Sie aber solange, bis sich die dicksten Rauchschwaden verzogen haben. Wenn Sie sonst während der Sturmphase damit loslegen, wirkt es nur beschwichtigend und kann zu erneutem Wutausbruch führen.

6. Warten Sie mit gute Nachrichten
Genauso verhält es sich mit guten Nachrichten. Es wirkt sonst so, als möchten Sie die schlechte Nachricht entschärfen oder mildern. Vergessen Sie dies. Ihr Boss wird Sie durchschauen und wieder die Palme hochgehen. Besser, Sie behalten die gute Nachricht auf einen späteren Zeitpunkt auf. Sonst verschiessen Sie Ihr ganzes Pulver in einer sowieso schon verfahrenen Situation. Warten Sie, bis sich die Wolken verzogen haben und punkten Sie dann mit Ihren erfolgreichen Ergebnissen.

Wie Hiobsbotschaften aufnehmen?
Aber wie sieht die Sache umgekehrt aus, wenn Sie der Boss sind. Sie wollen bei Ihrem Ausraster ja weder den Mitarbeiter verlieren noch das ganze Team. Wie also umgehen mit schlechten Nachrichten?

I. Bleiben Sie ruhig
Leicht gesagt. Toben und Schreien verschafft zwar Luft und tut vielleicht Ihrem Ego gut, aber es löst das Problem nicht. Dennoch, bei einem richtigen Mega-Problem dürfen Sie auch Emotionen zeigen, warum nicht. Dann wissen alle, jetzt ist die Kacke aber wirklich am Dampfen. Aber wenn Sie wegen jeder Kleinigkeit gleich aus der Haut fahren, werden Sie nur zu einem Schaumschläger disqualifiziert. Dies wollen Sie ja nicht wirklich – oder? Auch trauen sich Ihre Mitarbeiter nicht mehr, Fehler zuzugeben. Die Folgen sind dann, Vertrauensverlust, Verschleppung oder Vertuschen von Schäden und schlussendlich Zerstörung des Betriebsklimas.

II. Verschaffen Sie sich Übersicht
W-Fragen: Wer, was, wann, wo und warum. Untersuchen Sie das Problem und tragen Sie die Fakten zusammen. Betreiben Sie Schadensbegrenzung.


III. Informieren Sie
Wenn es sich um gröbere Hiobsbotschaften handelt, bei der auch andere Abteilungen oder die ganze Firma involviert ist, gehen Sie wie im oberen Abschnitt vor. Dies gilt auch, wenn Sie sich an die Medien wenden müssen.

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