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Warum gerade ich und wie sage ich es meiner Frau

Liebe Besucher meiner Seite...
Heute einmal eine andere Geschichte...

Warum gerade ich und wie sage ich es bloss Eveline

Martin schweifte in der Wohnung herum. Irgendwie unentschlossen, ruhelos. Endlich setzt er sich in die Coach. Gegenüber von Eveline. Ihre Blicke treffen sich. "Warst heute im Englisch-Kurs" fragt er.
"Ja, weisst Du doch – wie immer mittwochs"
"Hast du was gelernt"
"Was sollen die Fragen" erwidert Eveline leicht gereizt und greift zur Fernbedienung. Zappt durch’s Programm. "Du solltest Dich endlich auch einmal weiterbilden, bist nur noch im Geschäft - denkst nur noch an die Arbeit"

"ist so, wenn man heutzutage weiterkommen will" Martin lehnt sich zurück.
"wann haben wir als Familie zuletzt etwas gemeinsam unternommen?" entgegnet Eveline.
Martin verdreht die Augen – nicht schon wieder. Er greift zur Zeitung und versucht zu lesen. Aber er merkt, die Zeilen verschwimmen. Der Text ergibt irgendwie keinen Sinn. "Du hast Recht, nächste Woche unternehmen wir einmal etwas zusammen".
"Ach ja, sagst Du dauernd – dann kommt jedes Mal irgendetwas dazwischen" Eveline zappt von einem Programm zum nächsten.
"Ja, ab nächste Woche und das meine ich so"
Eveline schaut ihn von der Seite ungläubig an. So hat er sich noch nie ausgedrückt.
SRF Meteo läuft im Hintergrund. Das sind ja mal ganz andere Töne "alles okay bei Dir im Geschäft?"
"Ja, soweit schon" entgegnet er mit einem eigenartigen Unterton. "Nur, ich frage mich immer öfters, ist es das"
"Wie, ist es das – bist Du unter die Philosophen gegangen?" Eveline verzieht den Mund, als hätte sie in eine Zitrone gebissen.
"Nein, gar nicht" meint Martin "aber jeden Tag nur ans Geschäft und an die Karriere denken. Am Wochenende Parteiarbeit."
Nach einer langen Pause fährt Martin fort "Einfach mal wegfahren – einfach mal an etwas anderes denken – einfach mal woanders sein"

Ja, Martin denkt oft daran. Letzte Woche im Geschäft wurde bei der Jahresplanung, die Ziele und das Budget festgelegt. Schon wieder die Vorlage, nächstes Jahr noch mehr Umsatz erzielen. Dies, obwohl ein grosser Kunde abgesprungen ist. Der eingebrachte Einwand von Martin fand kein Gehör. Sein Chef, Dr. Waltensperger, meinte herablassend, Martin solle später in sein Büro kommen. Ja, die Zahlen seien nicht besonders. Martin sei zu wenig fordernd zu seinen Mitarbeitern. Er brauche dynamische und flexible Karrieristen, die umsatzgeil vorwärtsschauen. Er schob Martin ein Papier mit einem gepressten Lächeln rüber. Bitte unterschreibe dort unten rechts.

Martin sah Eveline an. Es war der richtige Moment, es ihr jetzt zu erklären. Er überlegte sich einen schönen Satz. Wir könnten doch nächste Woche wieder einmal ins Verkehrshaus gehen – da waren wir lange nicht, wollte er den Satz soeben anfangen.

Eveline kam Martin zuvor "Händs di use grüet, säg…"

 

Ihr JobCoach

Michael

 

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